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Das Deutsche Diabetes-Museum zog nach Bad Lauterberg

Ein Rückblick auf ein Stück Medizingeschichte im Diabeteszentrum

Bernhard Mletzko und Michael Schimschar


Das Deutsche Diabetes-Museum ist nach Bad Lauterberg gezogen. Seit Ende Mai 2010 sind alte Literatur, Geräte, Hilfsmittel und Medikamente in Vitrinen im Dachgeschoss des Diabeteszentrums ausgestellt. Derzeit sind der Vorsitzende des Trägervereins, Michael Schimschar, und Kassierer Bernhard Mletzko (aus der Nähe von Braunschweig) in Bad Lauterberg, um aus den noch verpackten Exponaten eine Wanderausstellung zusammenzustellen.


Manuskript-NachdruckDie Literatur zum Diabetes geht im Museum bis auf das Jahr 1828 zurück. Wegweisende Literatur. Selbst der Nachdruck eines Manuskriptes der Insulin-Entdecker Frederik Grant Banting und  Charles Herbert Best vom 14. November 1921 von der Universität Toronto liegt aus.

Anschaulicher sind aber die Geräte, etwa eins der ersten Geräte, mit denen man die Blut- oder Harnzuckerwerte bestimmen konnte, die ersten Messgeräte, die 1968 auf den Markt kamen und dann immer kleiner wurden. Oder alte Insulinspritzbestecke mit den Glaskolben-Spritzen und dem Dampfdestilator für Spritzen bis hin zu den Pens und Insulinpumpen. Aus der DDR stammt zum Beispiel die Spritzpistole. 

Unterschiedliche alte Hilfsmittel und das erste Insulin

Auch für Sehbehinderte gab und gibt es spezielle Hilfsmittel. Denn eine Folgeerkrankung des Diabetes ist die Schwächung der Sehkraft. Um die richtige Menge Insulin in einer Spritze ablesen zu können, gab es eine kleine Lehre aus Holz, in die man die Spritze legte und dann bis zum Anschlag leerte. Der Rest war die gewünschte Dosierung. Es gab auch sprechende Messgeräte.

Ein Hämoglukophot - ein altes BlutuntersuchungsgerätDie Diabetestherapie hat seit 1921, als das Insulin entdeckt wurde, erstaunliche Fortschritte gemacht. Angefangen von den ersten Messtechniken bis zum Selbstmanagement der Betroffenen, also der Selbstkontrolle und eigenverantwortlichen Dosierung des Insulins,  mit dem man in den 80er Jahren begann. Im Wesentlichen unterscheidet man drei Entwicklungsstufen: die Entdeckung des Insulins, die Entwicklung der Messgeräte und die Entdeckung des HbA1c, des Hämoglobin-Langzeitwerts, mit dem man den durchschnittlichen Blutzuckerwert der vergangenen drei Monate hat. Die nächste wünschenswerte Stufe wäre, so Vorsitzender Schimschar, dass man einen geschlossenen Kreislauf vom automatischen Messen und Dosieren der Insulinpumpe hätte, mit dem man die natürliche Steuerung des körpereigenen Insulins bei Gesunden nachempfindet.
Insulumpumpen
Für die Erweiterung des Museums wünscht sich Kassierer Mletzko Informationen, wie man dem Diabetes Typ 2 vorbeugen kann. Das zu gute Essen und der Bewegungsmangel in unserer Gesellschaft bei gleichzeitiger Häufung von Diabetes weise auf einen direkten Zusammenhang hin. Das würde er gerne besser darstellen.

Noch sind die beiden Vorstandsmitglieder aber mit dem Auspacken der Umzugskartons beschäftigt. Etwa ein Fünftel der Exponate kann bisher gezeigt werden.

1989 gründete Wolfgang Leder auf Anregung von Kindern mit Diabetes in der Universitätsklinik Freiburg eine erste Ausstellung in Bad Krozingen. 1992 gründete sich ein Trägerverein für das Deutsche Diabetes-Museum, das 1995 nach Bad Bevensen verlegt wurde. Als dort die Diabetesklinik schloss, kamen die Exponate 2004 nach Braunschweig, wo es aber keine Ausstellungsräume gab. So zog man mit dem Deutschen Diabetes-Museum nach Bad Lauterberg, wo es dauerhaft bleiben soll.

Zwischen 9 und 16 Uhr ist es im Dachgeschoss des Diabeteszentrums zu besichtigen.
Weitere Informationen bei Siegfried Golla (Telefon 05524 / 81-385).
Das virtuelle Deutsche Diabetes-Museum ist unter www.deutsches-diabetes-museum.de zu finden.


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