Eine schwere Folgeerkrankung des Diabetes mellitus ist das diabetische Fußsyndrom

Hierunter werden verschiedene Veränderungen am Fuß von Menschen mit Diabetes bezeichnet, die häufig zu Amputationen führen. Eine solche Amputation hat weitreichende Folgen für das Leben der Betroffenen. Wir versuchen alles, Amputationen zu vermeiden oder zumindest zu minimieren.

Herr Dr. Thomas Werner als Chefarzt hat hierzu einen reichhaltigen Erfahrungsschatz. Alle medizinisch erforderlichen Maßnahmen stehen zur Verfügung. Die komplette nichtinvasive Diagnostik der oft begleitenden Durchblutungsstörungen der Beinarterien wird von unserem Angiologen - Herrn Oberarzt Dr. Köthe - durchgeführt. Falls interventionelle angiologische Eingriffe notwendig werden, arbeiten wir eng mit der Klinik für Angiologie des Krankenhauses Neu-Mariahilf in Göttingen zusammen. Über unsere chirurgischen Kooperationspartner an der UMG Göttingen können wir auch komplexe Krankheitsbilder versorgen. Auf unserer Fußstation ist eine Vielzahl konservativer Behandlungsoptionen umsetzbar. Die Nachbehandlung organisieren wir in enger Kooperation mit diabetologischen Schwerpunktpraxen.

Ansprechpartner

Dr. med. D. Sarreiter
Dr. med. D. Sarreiter

Oberärztin, Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologie (LÄK, DDG), Koordinator-Ärztin Diabetischer Fuß

Frau Gundlach
Frau Gundlach

Sekretariat

+49 (0) 5524/81-797
Notfallnummer
Notfallnummer

diabetischer Fuß


Häufigkeit der Fußamputationen im Diabeteszentrum Bad Lauterberg:
Die Wagner-Stadien beschreiben die Ausdehnung der Fußwunden. Wagner 1 bedeutet ein oberflächliches Ulcus, ab Wagner 3 ist der Knochen beteiligt, ab Wagner 4 und 5 sind Teile oder der gesamte Fuß betroffen. Bei den hier ausgewerteten 100 fortlaufenden Patienten musste keine Majoramputation (oberhalb des Sprunggelenkes) durchgeführt werden. Falls Eingriffe notwendig wurden, waren diese vom Ausmaß begrenzt. Somit konnten die Patienten anschließend wieder mit Spezialschuhen laufen. Bei der Auswertung kann man sehr gut erkennen, dass auch bei freiliegenden Knochen häufig auf eine Amputation verzichtet werden kann.
Wichtig: Kommen Sie als Patient rechtzeitig zur Behandlung! Nur so können Amputationen vermieden werden.

FUSSTELEFON für Notfälle:
In dringenden Fällen sind wir bei Fußwunden jederzeit für Sie ansprechbar: Tel.: 05524 / 81-267 Darunter erreichen Sie die Oberärztin der Fußstation OÄ Dr. med. D. Sarreiter oder deren Vertretung. zertifizierte Fußbehandlung Herr Dr. Werner ist Mitglied der AG Fuß der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Seit 2017 ist das Diabeteszentrum Bad Lauterberg als Fußbehandlungseinrichtung der DDG zertifiziert.

DDG Urkunde


Spezielle Behandlungsangebote

  • Prostavasin-Infusionstherapie und intermittierende pneumatische Kompressionstherapie zur Verbesserung der Durchblutung
  • Madentherapie zur schmerzlosen Wundreinigung
  • V.A.C.-Therapie zur Beschleunigung der Wundheilung
  • Kaltplasma-Therapie (Plasma Derm) zur Beschleunigung der Wundheilung
  • Wundverschluss mit Fischhaut
  • podologische Behandlung vor Ort
  • schnelle Anfertigung von orthopädischen Hilfsmitteln (Schuhe, Orthesen etc.) vor Ort
  • Schulungsprogramm für Patienten mit diabetischem Fußsyndrom zur Vorsorge
  • Hochtontherapie und Nervenstimulation bei schmerzhafter Neuropathie
  • Fußsprechstunde im Rahmen einer Ermächtigungsambulanz des Chefarztes

Eng eingebunden in die Behandlung ist unsere:

Podologie


Spezielles Schulungsangebot für Patienten mit diabetischem Fußsyndrom

Die Mitarbeiter unseres Schulungsteams haben für Patienten mit Fußsyndrom ein Schulungsmodul entwickelt. In großen internationalen Studien konnte bewiesen werden, dass man mit solchen Maßnahmen die Rezidivrate (= ein erneutes Auftreten von Verletzungen) deutlich senken kann. Neben der Weitergabe von Informationen zum Krankheitsbild wird besonderer Wert auf das Verhaltenstraining im Falle von neuen Fußulcerationen gelegt. Hier ist die zeitnahe Vorstellung bei einem Spezialisten entscheidend! Nur so können Amputationen vermieden werden. Natürlich berücksichtigt das Schulungsprogramm die eingeschränkte Mobilität und Belastbarkeit der Patienten bei diesem Krankheitsbild. Die einzelnen Module der Schulung sind zeitlich auf eine halbe Stunde begrenzt und werden in die Behandlungsabläufe auf der Fußstation integriert. Genauere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Flyer. Dieser kann über das Chefarztsekretariat angefordert werden.

Schulungsinhalte:

  • Diabetestherapie (Insulin, Medikamente, BZ-Selbstkontrolle, Spritztechnik) -> Diabetesberater
  • richtige Anwendung des Insulindosis- und Korrekturplanes -> Diabetesberater
  • praktische Tipps zur Fußgesundheit -> Diabetesberater / Wundmanager
  • Sozialpsychologische Beratung -> Psychologe
  • passives Bewegungsangebot (im Sitzen) -> Physiotherapeut
Ansprechpartner

I. Rother
I. Rother

Diabetesberaterin, Diätassistentin, Leiterin Diabetesberatung

+49 (0) 5524/81-204

Wir sind Gründungsmitglied des Fußnetzwerkes Niedersachsen

Um eine optimale Behandlung unserer Patienten zu gewährleisten, ist eine Zusammenarbeit von unterschiedlichen Spezialisten notwendig. Damit eine hohe Qualität vom ersten Wunddebridement bis zur Fußoperation gesichert werden kann, haben sich Orthopäden, Fußchirurgen und Diabetologen zum Fußnetzwerk Niedersachen zusammengeschlossen. Gründungsmitglieder sind neben dem Diabeteszentrum Bad Lauterberg die Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie der Universität Göttingen sowie das Orthopädicum Northeim.


Weiterführende Informationen zum Thema Diabetisches Fußsyndrom

Stinus H: Operative Optionen beim Diabetischen Fuß.
Diabetes-Forum, 2016; 28 (9): 40-42

Werner T: Diabetisches Fußsyndrom - Amputationen verhindern.
Diabetes-Forum, 2017; 29 (9): 11-14

Braatz F: Diabetisches Fußsyndrom - Prophylaxe steht an erster Stelle.
Diabetes-Forum, 2017; 29 (9): 15-17

Werner T: Einsatz von Kaltplasma in der Wundbehandlung.
Diabetes-Forum, 2018; 30 (4): 18-19

Werner T: Orthopädietechnische Versorgung nach Amputation.
Diabetes-Forum, 2018; 30 (5): 46-48

Stinus H: Komplikationen beim Diabetischen Fuß.
Diabetes-Forum, 2018; 30 (11): 46-48

Ibold A: Ernährung bei chronischen Wunden.
Diabetes-Forum, 2019; 31 (11): 44-48

Werner T: Tetanus-Schutz bei Patienten mit DFS.
Diabetes-Forum, 2019;31(12):38-40